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Synthesizer im Test 2018: Aktuelle Empfehlungen im Überblick

Grundlagen: Was ist ein Synthesizer?

Beste Synthesizer = Neue Synthesizer? Wiederauflagen alter Modelle erleben eine Renaissance.

Beste Synthesizer = Neue Synthesizer? Wiederauflagen alter Modelle erleben eine Renaissance.

Ein Synthesizer setzt seiner Wortbedeutung nach Töne auf synthetische Weise zusammen. Die Hauptbestandteile des Gerätes, die das ermöglichen, sind Oszillatoren, Filter und Verstärker – also elektronische Schaltungen. Damit werden obertonreiche Wellenformen erzeugt und durch Filterung und Modulation in alle erdenklichen Sounds verwandelt.

Längere Zeit galten die digitalen Modelle als die besten Synthesizer, allerdings erlebten die solide gebauten Geräte der 1970er und 1980er Jahre bereits während der letzten zwei Jahrzehnte eine regelrechte Renaissance. Das veranlasste Hersteller auch dazu, ihre alten Modelle neu aufzulegen.

Analoge Synthesizer mit Tastatur ermöglichen einen Einsatz ohne zusätzliche Hard- oder Software. Wollen Sie einen Synthesizer kaufen, gibt es dennoch zahlreiche Faktoren, die Sie beachten sollten.

Die besten Synthesizer aus dem Test im Überblick

Wie können Sie Ihren persönlichen Synthesizer-Vergleichssieger ermitteln?

Mit Musikinstrumenten wie Gitarre und Bass können Sie ein bestimmtes Klangspektrum erzeugen. Die Möglichkeiten, die ein Synthesizer zur Klangerzeugung bietet, sind jedoch schier endlos. Die Auswahl des richtigen Modells kann sich daher insbesondere für Einsteiger schwierig gestalten. Um herauszufinden, welcher Synthesizer Ihren Vorstellungen und dem gewünschten Verwendungszweck entspricht, müssen Sie sich zunächst mit den Grundzügen der Funktionsweise eines Synthesizers vertraut machen.

Klangerzeugung durch Oszillatoren

Ziel eines Synthesizers ist im Prinzip, alle natürlichen Schallereignisse synthetisch herstellen zu können. Die wechselnde Frequenz von Wechselstrom erzeugt hierbei verschiedene Tonhöhen, wohingegen die Höhe der elektrischen Spannung die Lautstärke reguliert.

Die Wechselspannung wird von Oszillatoren erzeugt und kann verstärkt werden. Somit entsteht ein obertonreicher Grundton bzw. eine Wellenform, die durch weitere Schaltungen verändert werden kann. Ein spannungsgesteuerter Oszillator wird gemeinhin als VCO (engl.: voltage-controlled oscillator) bezeichnet.

Wollen Sie verschiedene analoge Synthesizer einem Test unterziehen, sollten Sie beachten, dass nicht alle Modelle auch alle Wellenformen erzeugen können. Generell ist für einen Oszillator die Erzeugung folgender Wellenformen möglich:

WellenformEigenschaften
Sinus-Wellenform

  • harmonische Schwingung

  • keine Obertöne

  • verschafft Klängen eine solide Basis

  • klingt sehr dumpf
Sägezahn-Wellenform

  • nicht-harmonische Schwingung

  • viele Obertöne

  • besteht aus gerade und ungerade ganzzahligen Vielfachen der Grundfrequenz

  • klingt hell und schneidend
Rechteck-Wellenform

  • nicht-harmonische Schwingung

  • viele Obertöne

  • besteht aus ungerade ganzzahligen Vielfachen der Grundfrequenz

  • klingt sehr hohl
Dreieck-Wellenform

  • nicht harmonische Schwingung

  • sehr wenige Obertöne

  • besteht aus gerade und ungerade ganzzahligen Vielfachen der Grundfrequenz

  • klingt etwas dumpf
Für einen Einsteiger muss der Synthesizer nicht zwingend alle Wellenformen erzeugen können.

Für einen Einsteiger muss der Synthesizer nicht zwingend alle Wellenformen erzeugen können.

Die Sinus-Wellenform ist gewissermaßen die Grundform. Alle anderen Wellen sind Summen verschiedener Sinuswellen. Die Emulation verschiedener Instrumentenarten ist durch die unterschiedlichen Wellenformen möglich, Streichinstrumente können etwa durch die Sägezahn-Wellenform nachgestellt werden.

Daneben gibt es noch den sogenannten Rauschgenerator. Er erzeugt Töne aller hörbaren Frequenzen, die sich überlagern. Das wird als „weißes Rauschen“ wahrgenommen, ist tatsächlich aber ein zufällig wechselndes, nicht-periodisches Signal. In Ihrem Synthesizer-Vergleich werden Sie feststellen, dass auch über den Rauschgenerator nicht jedes Modell verfügt.

Durch Filterung und Modulation ist die Erzeugung vielfältiger Klangformen möglich. Der Synthesizer, für den Sie sich letztlich entscheiden, sollte aber alle Wellenformen erzeugen können, wenn das Gerät dazu in der Lage sein soll, jeden erdenklichen Sound zu erzeugen. Ein Synthesizer für Einsteiger muss diese Voraussetzung allerdings nicht erfüllen.

Monophonie und Polyphonie

Monophone oder einstimmige Synthesizer geben keine Akkorde wieder. Sie sind zum Live-Spielen daher weniger gut geeignet. Soll das Gerät auch unter diesen Umständen bestmöglich einsatzfähig sein, sollten Sie in Ihrem persönlichen Synthesizer-Test, etwa im Fachgeschäft, nur solche Modelle auswählen, die polyphon, also mehrstimmig, sind.

Verschiedene Synthesizer können unterschiedlich viele VCOs pro Stimme haben, die wiederum unterschiedlich kombinierbar sein können. Gute Synthesizer benutzen pro Stimme meist zwei oder drei VCOs. Das gilt sowohl für monophone als auch für polyphone Geräte.

Das Konzept, das dahintersteht, ist, dass Oszillatoren sich gegenseitig beeinflussen können, was die Möglichkeiten der Klangformung wiederum vervielfacht. Das häufigste Schaltungskonzept besteht aus zwei frei einstellbaren VCOs, die von einem Sub-VCO unterstützt werden. Dadurch, dass dieser das Signal der VCOs eine oder zwei Oktaven tiefer kopiert, entsteht ein Sub-Bass.

Wenn ein Mono-Synth zwei Stimmen erklingen lässt, statt dass zwei VCOs sich gegenseitig beeinflussen, spricht man von Duophonie.

Kombination von Wellenformen durch mehrere VCOs

Zwei Haupt-Oszillatoren können sich auf unterschiedliche Weise gegenseitig beeinflussen. In der Regel gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Oszillatoren-Synchronisation: Die Wellenform des modulierten VCO wird jedes Mal neu gestartet, wenn die Welle des modulierenden VCO neu gestartet wird. Hierdurch lassen sich auf einfache Art und Weise durchdringende, schneidende Sounds kreieren.
  • Frequenzmodulation: Die Amplitude des modulierenden VCO wird zur Veränderung der Frequenz des modulierten VCO genutzt. Hierdurch lassen sich obertonreiche Sounds jeglicher Klangspektren erzeugen, die vorab kaum vorhersagbar sind.
  • Amplitudenmodulation: Hierbei moduliert das Ausgangssignal des einen die Lautstärke des anderen Oszillators. So können raue oder verzerrte Sounds erzeugt werden.
  • Ringmodulation: Beide VCOs erzeugen unterschiedliche Signale. Die Summen- und Differenzfrequenzen der beiden Signale sind die Ausgangssignale. Die erzeugten Dissonanzen und metallisch klingenden Sounds finden sich häufig in Musik des Industrial-Genres.

Ist die Tastenzahl ausschlaggebend?

Gute Synthesizer verfügen über integrierte Step-Sequenzer und umfangreiche Festspeicher.

Gute Synthesizer verfügen über integrierte Step-Sequenzer und umfangreiche Festspeicher.

Wie viele Tasten ein Synthesizer hat, hat tatsächlich eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. In Ihrem Test verschiedener Analog-Synthesizer werden Ihnen Modelle begegnen, deren Tastaturen sich deutlich voneinander unterscheiden. Mit 37 bis 44 Tasten können Sie drei Oktaven spielen – mit 25 Tasten sind es maximal zwei Oktaven.

Generell ist ein Synthesizer mit Tastatur auch für Einsteiger zu empfehlen, da keine separate MIDI-Tastatur benötigt wird. Auch sind Sie mit dieser Variante nicht von einem PC abhängig, der spezielle Software benötigt.

Die Synthesizer in Ihrem Test, die über eine Tastatur verfügen, bieten noch einen weiteren Vorteil: Sie können hierdurch bestimmte Klangparameter steuern. Die Anschlagsgeschwindigkeit und -stärke steuert etwa die Lautstärke und Intensität der VCOs. Auch kann ein gewisser Aftertouch hinzugefügt werden, beispielsweise ein Vibrato oder Tremolo. Erreicht wird das durch verschiedene Variationen der Intensität des Tastendrucks.

Wollen Sie den Synthesizer in seinem vollen Umfang nutzen, sollten Sie ein polyphones Gerät wählen.

Die subtraktive Klangsynthese durch Filter

Mit der subtraktiven Synthese werden die Klänge, die durch den VCO erzeugt werden, um einen Teil ihrer Obertöne beschnitten. Erst hierdurch entsteht der fertige Sound. Neben der Modulation ist das spannungsgesteuerte Filter (VCF, engl.: voltage-controlled filter) für die weitere Klangformung zuständig.

Das Filter bestimmt die Klangfarbe des Sounds, indem es bestimmte Frequenzbereiche aus dem Signal der VCOs eliminiert. Bei obertonreichen Wellenformen ist die Filterwirkung dementsprechend stärker. Die Filterung der erzeugten Wellen lässt sich in verschiedene Typen unterscheiden:

  • Tiefpass: Das Filter löscht die Frequenzen aus, die oberhalb der eingestellten Cutoff-Frequenz liegen. Der Sound klingt hierdurch dumpfer und tiefer, aber auch wärmer.
  • Hochpass: Tiefe Frequenzen werden ausgelöscht, wodurch der Sound dünner und spitzer klingt.
  • Bandpass: Ein Tiefpass und ein Hochpass werden hintereinandergeschaltet. Das Filter lässt die Frequenzen durch, die von beiden Filtern durchgelassen werden.
  • Kerbfilter: Durch eine Parallelschaltung eines Tiefpasses und eines Hochpasses erscheint eine Frequenzlücke im Audio-Signal. Hierdurch können bestimmte Störfrequenzen entfernt werden.

Wollen Sie den Synthesizer multifunktional einsetzen, ist ein Multimode-Filter zu erwägen. Darunter ist ein Filter zu verstehen, in den mehrere Filter-Typen integriert sind.

Ab wann ein Filter einsetzen soll, wird durch die Cutoff-Frequenz bestimmt. Diese kann stufenlos eingestellt werden. Mit dem Resonanz-Regler kann der Bereich um die Cutoff-Frequenz angehoben werden. Bei maximaler Resonanz und gleichzeitig ausgeschalteten VCOs erzeugen die meisten Filter einen Sinuston, dessen Höhe von der eingestellten Cutoff-Frequenz abhängt. Durch diese sogenannte Selbstoszillation können gewisse Wah-Wah-Effekte, aber auch Orgel-Sounds oder elektronische Drums entstehen.

Nicht jedes Gerät verfügt über alle Filter. Je mehr Filter vorhanden sind, desto mehr Spielraum haben Sie auch. Welche Synthesizer Sie in Ihrem Test aber bevorzugen, hängt immer auch davon ab, welchen Einsatzzweck das Gerät haben soll.

Wodurch ist Modulation außerdem möglich?

Erst die richtige Modulation der Klänge, die die VCOs erzeugen, bringt Dynamik in die Musik, die Sie mit einem Synthesizer produzieren können. Neben den bereits genannten Variablen sind hierbei noch einige andere Faktoren relevant:

Auch bei einem Gitarren-Synthesizer sind Hüllkurven zur Steuerung zeitlicher Verläufe von Bedeutung.

Auch bei einem Gitarren-Synthesizer sind Hüllkurven zur Steuerung zeitlicher Verläufe von Bedeutung.

  • Low-Frequency-Oscillator (LFO): Hierunter versteht man zusätzliche Frequenzgeneratoren, die zur Beeinflussung von VCOs eingesetzt werden. Durch einen LFO können Tonhöhe, Lautstärke, Klangfarbe und Filtereinstellungen moduliert werden. Bis zu vier LFOs sind in einem Synthesizer möglich, für Einsteiger genügen in der Regel aber ein bis zwei LFOs.
  • Hüllkurven: Sie steuern zeitliche Verläufe von Tönen oder Filtern. Das gilt im Übrigen für alle Arten von Synthesizern – auch etwa bei einem Gitarren-Synthesizer spielen die Hüllkurven eine beachtliche Rolle. Unterschieden werden bestimmte Parameter, die Start-, Halte- und Nachhallzeiten regulieren und anpassen. Die meisten Synthesizer haben einen flexiblen Hüllkurven-Generator, die besten Modelle haben sogar zwei oder drei solcher Generatoren.
  • Arpeggiator: Mit dieser Funktion können Sie eine Abfolge von Tönen speichern und diese durch einen Tastendruck abspielen und loopen. Während des Loops können Sie umfangreiche Änderungen vornehmen.
  • Step-Sequenzer: Die besten Sequenzer können Tonfolgen sowie Filter- und Modulationsverläufe mit bis zu 64 Schritten abspeichern. Meistens können sie auch mehrere Spuren aufzeichnen. In Kombination mit einer Vielzahl von Speicherplätzen lässt sich der Synthesizer so optimal als Live-Instrument nutzen.

Um herauszufinden, welches Modell für Sie infrage kommt, sollten Sie sich aber nicht nur auf Synthesizer-Testberichte verlassen. Diese können zwar bei den ersten Schritten der Entscheidungsfindung helfen, aber grundsätzlich hängt die Entscheidung für Ihren persönlichen Synthesizer-Vergleichssieger immer davon ab, welche Ansprüche Sie selbst an das Gerät stellen.

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