CookiesMehr Infos

ⓘ Hinweise: Cookie-Nutzung | Produktauswahl, Finanzierung und Bewertungsverfahren

Tourenski im Test 2018: Aktuelle Empfehlungen im Überblick

Tiefschnee statt Piste – mit dem Tourenski am Berg unterwegs

Im Gegensatz zum Alpinski sind Tourenski für den Test auf der präparierten Piste eher nicht gemacht.

Im Gegensatz zum Alpinski sind Tourenski für den Test auf der präparierten Piste eher nicht gemacht.

Das Skifahren auf der präparierten Piste eines Skigebietes ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Selbst Menschen, die über das restliche Jahr kaum Sport machen, sind in den Wintermonaten dennoch für ein oder zwei Wochen auf der Skipiste zu finden.

Denn: Ski zu fahren macht Spaß. Außerdem ist dieser Tourismuszweig stark mit Party und Après-Ski verbunden. Wer vielmehr den sportlichen Aspekt, die Naturerfahrung und das Bergsteigen schätzt, der fühlt sich wahrscheinlich auf Tourenski eher zuhause.

Im verschneiten Gebirge unterwegs zu sein, den Aufstieg ebenso wie die Abfahrt auf Skiern zu bewältigen und unter Umständen mehrere Tage am Stück auf Tour zu sein, macht für viele den Reiz des Skitourengehens aus. Doch den persönlichen Tourenski-Vergleichssieger auszuwählen, kann gerade für Anfänger eine Herausforderung sein. Worauf müssen Kaufinteressenten achten?

Die besten Tourenski aus dem Test im Überblick

Skitouren: Trendsportart der vergangenen Jahre

Gerade unter Outdoor-Sportlern haben sich Skitouren in den letzten Jahren zu einer regelrechten Trendsportart gemausert, obwohl eine recht umfangreiche Ausrüstung und einiges Vorwissen (Lawinenrisiko!) benötigt wird. Dementsprechend breit gefächert ist jedoch auch der Markt, der alljährlich neue Modelle entwickelt. Zudem begegnen Kaufinteressenten immer wieder Fachbegriffe im Tourenski-Test.

Taillierung, Radius, Vorspannung, Rocker: Grundlegende Fachbegriffe

Die Bindung von Tourenski ist besonders leicht. Ein Test auch an steilen, anspruchvollen Gipfeln wird dadurch erst möglich.

Die Bindung von Tourenski ist besonders leicht. Ein Test auch an steilen, anspruchvollen Gipfeln wird dadurch erst möglich.

Fachjargon kann für Einsteiger eine ziemliche Herausforderung sein. Die nachstehenden Begriffe sollten Interessenten kennen, um den Ausführungen des Verkäufers zum jeweiligen Test-Tourenski schon im Geschäft folgen zu können:

  • Bindung: Im Gegensatz zum Alpinski ist die Bindung von Tourenski leicht und flexibel: Im Aufstieg ist nur die Schuhspitze fixiert (s. Illustration). Dadurch wird das Gehen am Hang erst möglich. In der Regel sind Tourengeher mit einer Pinbindung gut beraten. Eine Sicherheitsauslösung ist gerade für Einsteiger Pflicht.
  • Taillierung: Ebenso wie Alpinski sind Tourenski leicht konkav geformt. Die Schaufel (das vordere Ende) ist normalerweise am breitesten, in der Mitte ist der Ski dagegen am schmalsten. Dadurch wird das Carving erleichtert.
  • Radius: Der Radius ergibt sich maßgeblich aus der Taillierung des Tourenski. Im Praxis-Test bedeutet ein kleinerer Radius eine stärkere Taillierung, womit deutlich engere Schwünge gefahren werden können als mit einem größeren Radius.
  • Vorspannung: Ski sind normalerweise nicht nur in der Breite tailliert, sondern auch in der Länge etwas gebogen. Durch diese sogenannte Vorspannung, die auch von Kletterschuhen bekannt ist, liegt der Ski nur an zwei Punkten auf – in der Mitte unterhalb der Bindung berührt er dagegen nicht den Untergrund, sofern kein Gewicht auf ihm lastet.
  • Rocker: Heutzutage sind jedoch oftmals einer oder beide Bodenkontakte zur Skimitte hin verschoben. Je nach Ausprägung ergeben sich verschiedene Fahreigenschaften des Tourenski im Praxis-Test. Ein vorne und hinten aufgebogener Ski (sog. Tip- & Tail-Rocker) ist beispielsweise besonders wendig und agil.
Welche Eigenschaften Ihr neuer Tourenski haben sollte, hängt von vielen Faktoren ab, etwa ob Sie eher aufstiegs- oder abfahrtsorientierte Skitouren gehen, wie gut Sie Skifahren können und welche Eigenschaften Sie persönlich bevorzugen. Daher kann nicht nur ein Tourenski-Test im Vorfeld eines Kauf sinnvoll sein (bspw. durch das Leihen von Ski), sondern auch eine ausführliche Beratung im Fachhandel ist angezeigt.

Aufstieg oder Abfahrt? Ski für jeden Typ

Ob ein Tourenski den ersten Test dann auch wirklich zur Zufriedenheit des Skifahrers meistert, hängt auch davon ab, zu welchem Typ Tourengeher dieser gehört. Es macht wenig Sinn, einen Freeride-Ski zu kaufen, wenn der eigene Fokus auf langen, technisch schwierigen Aufstiegen liegt.

Allrounder: Ski für jede Gelegenheit

Tourenski, die verschiedensten Test-Bedingungen genügen sollen, eignen sich genauso gut für den Aufstieg wie die Abfahrt. Ob Tagesausflug oder Mehrtagestour, Tiefschnee oder Piste, perfekte Schneeverhältnisse oder übler Bruchharsch – Ski aus dem Bereich des Allround-Touring kommen mit so gut wie allen Bedingungen zurecht, ohne auf Abfahrt oder Aufstieg spezialisiert zu sein.

Auch aufstiegsorientierte Tourenski sind im Praxis-Test nicht jedem Terrain gewachsen - dann ist der Umstieg auf Steigeisen nötig.

Auch aufstiegsorientierte Tourenski sind im Praxis-Test nicht jedem Terrain gewachsen – dann ist der Umstieg auf Steigeisen nötig.

  • Meist mäßig ausgeprägter Tip-Rocker
  • Mittig zwischen 80 und 90 Millimeter breit
  • Mäßiges Gewicht

Allround-Tourenski eignen sich insbesondere für klassische Skitouren und Einsteiger, deren Können noch ausbaufähig ist.

Aufstiegsorientierte Tourenski

Wer Skitouren geht, weil er die sportliche Herausforderung sucht und oft lange, auch technisch anspruchsvolle Aufstiege bewältigt, sollte sich nach einem aufstiegsorientierten Tourenski umsehen. Im Test glänzt der Speed-Touring-Ski sowohl bei mehrtägigen Skidurchquerungen als auch beim täglichen Aufstieg über die Skipiste zu Trainingszwecken.

  • Mittige Breite kleiner als 80 Millimeter
  • Besonders leicht (häufig unter 1,5 kg)

Das Fahrverhalten in der Abfahrt ist hier zweitrangig. Aufgrund der schmalen Bauweise bieten sie im pulvrigen Tiefschnee weniger Auftrieb und bei schwierigen Schneeverhältnissen stellen sie eher hohe Anforderungen an die Fahrtechnik. Aufgrund des geringen Gewichts sind sie jedoch auch vertreten, wenn jedes Gramm zählt, etwa bei Expeditionen und hohen Gipfeln.

Abfahrtsorientierte Tourenski

Wer Skitouren geht, um im frischen, unverspurten Pulverschnee die Abfahrt zu genießen, außerhalb des Skigebietes zu fahren und dem Fahrspaß zuliebe auch bereit ist, etwas mehr Gewicht den Berg hinaufzubewegen, der sollte sich in der Kategorie des Freeride-Touring umsehen.

  • Besonders breit (mehr als 90 Millimeter, teils deutlich mehr)
  • Höheres Gewicht (bis zu vier Kilogramm)
  • Meist mit ausgeprägtem Rocker

Aber auch Anfänger können mit einem Freeride-Tourenski im ersten Test gut bedient sein, denn die breite Auflagefläche macht das Fahren im Pulverschnee oder auf Bruchharsch einfacher als mit schmaleren Modellen. Dann sollte nach einem allroundfähigen Ski aus der Freeride-Touring-Kategorie Ausschau gehalten werden, der zwar etwas breiter ist, aber nicht zu den sehr breiten Modellen (mehr als 100 bis 110 mm) gehört.

Länge der Tourenski

Ob für Herren oder Damen - sehr kurze Tourenski sind im Test auf der Piste wie im Tiefschnee schwerer zu beherrschen.

Ob für Herren oder Damen – sehr kurze Tourenski sind im Test auf der Piste wie im Tiefschnee schwerer zu beherrschen.

Neben den bereits genannten Aspekten ist entscheidend für das Geh- und Fahrgefühl die richtige Länge des Tourenski. Um im Test am Berg optimale Fahreigenschaften genießen zu können, sollte die Skilänge immer in Abhängigkeit von Touring-Art und eigener Körpergröße gewählt werden.

So sollten Tourenski-Allrounder im Praxis-Test etwa die Körpergröße des Tourengehers minus zehn Zentimeter aufweisen. Aufstiegsorientierte Ski werden gegebenenfalls auch kürzer gefahren – das spart nicht nur Gewicht, es erleichtert auch die Spitzkehre im steilen Gelände. Freeride-Touring-Ski dagegen sollten mit einer Tendenz der Länge zur Körpergröße hin gewählt werden, denn damit verhalten sich die Ski in der Abfahrt stabiler.

Grundsätzlich sollten Tourengeher darauf achten, ihre Ski nicht zu kurz zu wählen, auch wenn es sich um Tourenski für einen Test im Speed-Touring handelt. Je geringer die Länge, desto schlechter sind in aller Regel auch die Auftriebseigenschaften – sowohl im pulvrigen Neuschnee als auch im Bruchharsch oder Sulz.

Einige Modelle werben für sich als Tourenski für Damen. Im Praxis-Test weisen solche Ski jedoch prinzipiell dieselben Eigenschaften auf wie Unisex-Modelle auch. Allerdings werden Damen-Ski oft mit geringerer Länge angeboten, was sich für kleine Personen unabhängig ihres Geschlechts als sinnvoll erweisen kann.

Pflege der Tourenski

Um möglichst lang Freude an den neuen Ski zu haben, sollten diese regelmäßig gepflegt werden, das erhält auch die Geh- und Fahreigenschaften. In der Regel sollte der Tourenski nicht test- oder versuchsweise selbst gepflegt werden – nur wer weiß, was er tut, ist da auf der sicheren Seite. Stattdessen bietet es sich an, den Skiservice, etwa des Verkäufers, in Anspruch zu nehmen. Dieser wachst die Oberfläche, schleift die Kanten und kontrolliert die Bindung professionell.

Zubehör zum Tourenski

Allein mit dem neuen Tourenski ist ein Test in eigener Regie kaum möglich. Mindestens entsprechende Felle für den Aufstieg und eine Bindung sowie passende Skischuhe werden benötigt. Viele Händler bieten auch Tourenski im Set. Die kommenden Test-Touren werden dadurch meist deutlich günstiger, als wenn jede Komponente einzeln angeschafft würde.

So gut die Test-Tourenski auch sind - nur die LVS-Ausrüstung und bspw. ein Lawinenrucksack retten im Ernstfall Leben.

So gut die Test-Tourenski auch sind – nur die LVS-Ausrüstung und bspw. ein Lawinenrucksack retten im Ernstfall Leben.

  • Tourenski-Felle: Beim Test-Anlegen sollten die Felle die Lauffläche der Ski weitgehend bedecken und bis auf drei Millimeter an die Kanten reichen.
  • Harscheisen: Sie gehören zur Standardausrüstung und ermöglichen den Aufstieg auch im steilen Gelände bei harschigem oder vereistem Schnee.
  • Tourenskischuhe: Sie sind mitunter der wichtigste Ausrüstungsgegenstand und sollten in jedem Fall vorher anprobiert werden.
  • Skihelm: Gerade beim Skifahren ist ein Helm immens wichtig, um Stürze nicht mit dem Leben zu bezahlen!

Außerdem benötigen Skifahrer in aller Regel eine Skihose, Skihandschuhe und eine UV-schützende Skibrille.

Achtung! Skitouren verlaufen in den allermeisten Fällen im lawinengefährdeten Gebiet! Daher ist es unerlässlich, entweder im Vorfeld genügend Wissen und Erfahrung zu sammeln, um selbstständig die Lawinensituation anhand der Witterung, der Hangneigung, der Schneeverhältnisse etc. zu beurteilen und entsprechende Entscheidungen zu treffen, oder aber Skitouren nur in Begleitung eines ausgebildeten Bergführers zu unternehmen. Eine adäquate LVS-Ausrüstung (Sonde, LVS-Gerät, Schaufel usw.) ist in jedem Fall Pflicht, ein Lawinenrucksack kann eine sinnvolle Zusatzanschaffung sein.

Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (55 votes, average: 4,40 out of 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2018 des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.