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Klettersteigset-Test 2018: Aktuelle Empfehlungen im Überblick

Verhindert das Schlimmste: Das Klettersteig-Komplettset

Klettersteigset im Praxis-Test: Auch im Hochseilgarten sind Formen dieses Sicherungsgeräts im Einsatz.

Klettersteigset im Praxis-Test: Auch im Hochseilgarten sind Formen dieses Sicherungsgeräts im Einsatz.

Klettersteige sind künstlich hergestellte „Wege“ an mehr oder weniger steilen Bergwänden, die ansonsten gar nicht oder nur Felskletterern offenstehen würden. Klettersteige bestehen zumeist aus Drahtseilversicherungen, Metallhaken und -tritten, Leitern und Ähnlichem, die fest im Fels verankert sind.

Das eigentliche Klettersteigset verhindert durch das Einklinken der Karabiner am Drahtseil den Totalabsturz, denn der Klettersteiggeher stürzt im Ernstfall lediglich bis zur nächsten Seilverankerung im Fels plus die Länge des Klettersteigsets.

Als Teil der persönlichen Sicherheitsausrüstung unterliegt das Klettersteigset dem strengen Test europäischer Normen (EN 958:2017). Seit 2017 dürfen Hersteller nur noch Sets auf den Markt bringen, die dieser Norm entsprechen. Ältere Klettersteigsets (EN 958:2011) zu kaufen ist allerdings vereinzelt noch möglich, da Lagerbestände weiterhin angeboten werden dürfen. Doch gerade leichtere Personen sollten auf die neue Norm achten.

Die besten Klettersteigsets aus dem Test im Überblick

Klettersteigausrüstung im Set: Gurt, Seil und Helm

Das eigentliche Klettersteigset ist y-förmig. Die beiden Äste, an deren Enden sich die Karabiner befinden, bestehen aus Gurtband und laufen unten am Bandfalldämpfer zusammen. Beim eigenen Klettersteigset-Test sollten Kaufinteressenten daher auch darauf achten, dass die Länge des Sets zur eigenen Armreichweite passt. Ebenso sind für den Klettersteig ein Helm und ein Gurt zwingend nötig.

Klettersteig-Vergleichssieger nach Körpergewicht: Neue Norm seit 2017

Die Klettersteigausrüstung im Set verhindert den Totalabsturz, aber keine schweren Verletzungen - beim Sportklettern ist das i. d. R. anders.

Die Klettersteigausrüstung im Set verhindert den Totalabsturz, aber keine schweren Verletzungen – beim Sportklettern ist das i. d. R. anders.

2012 stürzt ein 12-Jähriger in sein Klettersteigset – es reißt. Der Junge verunglückt tödlich. Es stellt sich heraus, dass die aus elastischem und festem Material bestehenden Fasern des Sets durch das ständige Dehnen einen Großteil ihrer Belastbarkeit verloren hatten. Ein bisher unbekannter Materialfehler, der eine Rückrufaktion ungeahnten Ausmaßes nach sich zog.

Der nächste Rückruf folgte 2013. Wieder war der Alterungsprozess von Materialteilen unterschätzt worden. Seitdem haben die Hersteller von der Reibungsbremse auf Bandfalldämpfer umgestellt. Zudem basierte der normgerechte Klettersteig-Test lange Zeit auf einem Idealgewicht von 80 Kilogramm, weshalb die Zertifizierung für Personen unter 50 Kilogramm kaum Aussagekraft besaß.

Vereinzelt gibt es auch noch das für den Klettersteig gedachte Set mit der Test-Norm von 2011 zu kaufen. Insbesondere das Klettersteigset für Kinder/leichte Personen zwischen 40 und 50 Kilogramm sollte nach der neuen EN 958:2017 zertifiziert sein.

Für Jugendliche und Kinder ist das Klettersteigset der neuen Test-Norm dennoch nicht uneingeschränkt zu empfehlen! Achten Sie zwingend auf das Gewicht der Nachwuchsbergsteiger! Liegt dieses unter 40 Kilogramm, sollte im Zweifel nachgesichert werden.

Weitere Gesichtspunkte beim Klettersteigset-Angebot

Neben dem Material spielt für den Sicherheitsaspekt auch die Handhabung eine entscheidende Rolle. Denn ein Sturz ins Klettersteigset ist als deutlich gefährlicher zu bewerten als beispielsweise ein Sturz beim Sportklettern und sollte unbedingt vermieden werden. Das Klettersteigset vermeidet den Komplett-Absturz, nicht jedoch andere schwere Verletzungen wie Brüche, Quetschungen etc.

Das Klettersteigset nach Test-Norm 958 verhindert also den Tod, nicht aber den Krankenhausaufenthalt. Bevor Interessenten ein Klettersteigset günstig kaufen, sollte daher die Möglichkeit bestehen, einen kurzen Test zu machen: Stimmt die Länge? Lassen sich die Karabiner gut bedienen? Passt der Gurt?

Karabiner des Klettersteigsets

Mit einem für den Klettersteig konzipierten Set sind ganz neue Blickwinkel möglich.

Mit einem für den Klettersteig konzipierten Set sind ganz neue Blickwinkel möglich.

Klettersteigsets unterscheiden sich im Handling vor allem anhand ihrer Karabiner. Herkömmliche Schraubkarabiner sind zwar sicher, aber kompliziert in der Praxis, denn im Klettersteig müssen spätestens nach fünf Metern beide Karabiner umgehängt werden.

Aktueller Stand der Technik sind daher Karabiner mit Handballenentriegelung. Nur wenn der Schnapper an der Rückseite bedient wird, lässt sich der Karabiner öffnen. Beim Klettersteigset-Test im Fachgeschäft wird schnell deutlich, dass dies die Handhabung maßgeblich vereinfacht.

Bandfalldämpfer beim Klettersteigset

Der Bandfalldämpfer besteht aus mehreren Gewebeschlaufen, die miteinander verwoben sind. Bei einem Sturz löst der Bandfalldämpfer aus und verlängert nicht nur den Bremsweg, er nimmt auch teilweise die Sturzenergie auf und dämpft somit den Fall der gesicherten Person. Fangstoßdämpfer hingegen sind veraltet.

Rastschlaufe: Sinnvoll in langen Klettersteigen

Eine Rastschlaufe hat nicht jedes Klettersteigset. Beim ersten Test-Einsatz kann sich eine solche Schlaufe jedoch als sinnvoll erweisen. An ihr kann sich der Klettersteiggeher zusätzlich an den Stahlversicherungen einhängen und ausruhen. Auch bei stark frequentierten Klettersteigen kann es angenehm sein, sich bei Staus in der Wand setzen zu können, ohne den Bandfalldämpfer zu belasten.

Mittels eines Karabiners und einer Bandschlinge, die an der Einbindeschlaufe des Klettergurts per Ankerstich fixiert wird, kann eine Rastschlaufe auch improvisiert werden. Sie darf jedoch keinesfalls als Sicherung gebraucht werden!
Gewicht und Preis des Klettersteigsets

Für schwierige oder lange Klettersteige kann das Gewicht eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Meist liegt das Klettersteigset allein im Test bei etwa einem halben Kilo. Wer bereits Erfahrung hat und sich demnächst an schwierigere Klettersteige wagen will, sollte eher ein Set wählen, das unter 500 Gramm liegt.

Beim Klettersteigset-Vergleich kann zudem die große Preisspanne auffallen. Dies liegt mitunter auch daran, dass manche Hersteller Sets für den Klettersteig als Komplettset anbieten. Beim Test-Einsatz im Geschäft oder der Auswahl im Online-Shop sollte daher auch auf den Lieferumfang geachtet werden.

Das Klettersteig-Komplettset sollte fürs Test-Felsklettern über einen Helm verfügen.

Das Klettersteig-Komplettset sollte fürs Test-Felsklettern über einen Helm verfügen.

Ein aus Helm, Set, Gurt und Handschuhen bestehendes Klettersteigset schneidet im Preisvergleich zwar meist besser ab, ist aber eher für Anfänger geeignet, die noch gar keine Ausrüstung wie etwa einen Kletterhelm oder Klettergurt besitzen.

Hinweise zur Pflege des Klettersteigsets

Damit das Klettersteigset einen Test auf Tauglichkeit auch noch nach einigen Einsätzen besteht, sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • Lagerung: trocken, sauber und geschützt vor UV-Einstrahlung
  • Pflege: niemals in der Waschmaschine oder dem Trockner, Reinigung lediglich mit warmem Wasser, Bandfalldämpfer sollte trocken bleiben
Achtung! Ein Klettersteigset ist für Test-Stürze nicht geeignet! Es muss nach jedem Sturz ausgetauscht werden! Achten Sie vor der Nutzung auf etwaige Beschädigungen. Im Zweifelsfall sollte lieber ein neues Set angeschafft werden.

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