Motorradhelm-Test 2017: Aktuelle Empfehlungen im Überblick

Geschützt durch den Straßenverkehr

Modelle in einem Motorradhelm-Test: Was muss ein Kopfschutz könne, um Testsieger zu werden?

Modelle in einem Motorradhelm-Test: Was muss ein Kopfschutz könne, um Vergleichssieger zu werden?

Der Motorradhelm ist eines der wichtigsten Ausrüstungsstücke für Zweiradfahrer. Ob nun Moped, Roller, Chopper-, Motocross- oder Straßenmotorrad – Der Schutz im Falle eines Unfalls steht immer im Mittelpunkt. Aus diesem Grund kann sich die Wahl des richtigen Motorradhelms eher schwierig gestalten.

Viele Helmhersteller aus unterschiedlichen Ländern konstruieren immer wieder verschiedene Arten mit neuen Extras und Besonderheiten. Damit Sie wissen, was einen guten Motorradhelm ausmacht, finden Sie im Folgenden Informationen über Kriterien, die in einem Motorradhelm-Test geprüft werden sollten sowie Tipps zur Wahl und zum Kauf eines Helms.

Die besten Motorradhelme aus dem Test im Überblick

Alles Wissenswerte um den Motorradhelm

In diesem Abschnitt finden Sie in diesem Artikel wichtige Informationen, die Ihnen beim Motorradhelm-Kauf helfen sollen.

Was sollte in einem Motorradhelm-Test geprüft werden?

Vier Kategorien sind in einem Motorradhelm-Test von besonderer Wichtigkeit: Aerodynamik/Geräusche, Komfort/Handhabung, Sicht und Ausstattung/Verarbeitung. Um den Unfallschutz zu testen, greifen Testunternehmen auf mitunter große Maschinen und technische Experten zurück. Die Sicherheit vom Motorradhelm gewährleistet meist eine ECE-Zertifizierung, welche später in diesem Artikel erklärt werden soll.

Das müssen Sie beim Kauf beachten

Motorradhelme gibt es in unterschiedlichen Varianten. Der Helm richtet sich dabei nach der Art des Zweirads. Am deutschen Markt haben sich folgende Motorradhelme etabliert:

  • (Sport-)Integralhelm
  • Klapphelm
  • Jethelm (Rollerhelm, Motorradhelm)
  • Braincaps
  • Crosshelm
  • Endurohelm
  • Multihelm

Alle unterschieden sich nach dem Einsatzzweck. Der Helm gehört zur Schutzbekleidung eines Motorradfahrers. So wie Motorradstiefel und -handschuhe ist auch die Wahl des richtigen Helms eine lange Überlegung wert.

Die Wahl der richtigen Motorradhelm-Art

Der Integralhelm und Sport-Integralhelm
In einem Motorradhelm-Test können auch Integralhelme geprüft werden.

In einem Motorradhelm-Test können auch Integralhelme geprüft werden.

Der Integralhelm ist der bekannteste Helm fürs Motorrad. Diese Art gilt als die sicherste für den Straßenverkehr. Integralhelme zeichnen sich neben dem erhöhten Schutz auch durch ein festes Kinnteil und ein aufklappbares Visier aus. Oftmals kritisierten Motorradfahrer das hohe Gewicht vom Integralhelm. Die Hersteller konstruierten jedoch moderne Motorradhelme, welche ein geringes Gewicht (meist unter 1500 Gramm) besitzen.

Der Integralhelm ist so geformt, dass er den vorbeiziehenden Wind auch bei einer hohen Geschwindigkeit am Motorradhelm vorbei leitet. Der geringe Widerstand entspannt den Nacken des Fahrers und ermöglicht schnellere Geschwindigkeiten. Jedoch sind die meisten Integralhelme nicht für Brillenträger geeignet, da das Auf- und Absetzen erschwert wird.

Sport-Integralhelme sind eine besondere Ausführung des Integralhelms. Sie zeichnen sich durch Spoiler an den Seiten, aufwendigen Lackierungen und ein verspiegeltes Visier aus. Oftmals sind sie teurer als normale Integralhelme.

Der Klapphelm

Klapphelme sind eine weitere Ausführung vom Integralhelm. Sie besitzen die gleichen Eigenschaften. Der Unterschied ist jedoch das klappbare Kinnteil, was diesem Motorradhelm seinen Namen gibt. Der Kinnschutz samt Visier lässt sich nach oben justieren, was besonders für kurze Raucherpausen geeignet ist. Auch Brillenträger bevorzugen diesen Motorradhelm, da er hohen Komfort und eine Erleichterung des Auf- und Absetzen bietet.

Der Klapphelm ermöglicht fast den gleichen Schutz wie ein Integralhelm. Um dies gewährleisten zu können, müssen Motorradfahrer jedoch immer das Kinnteil während der Fahrt herunterklappen.

In Motorradhelm-Test-Ergebnissen diverser Vergleichs- und Testportale schneidet der Klapphelm in puncto Sicherheit öfter ein bisschen schlechter ab. Der Grund hierfür ist das Kinnteil, welcher bei einem Unfall schneller nachgibt.

Viele Motorradfahrer berichten über eine bessere Sicht im Vergleich zum Integralhelm. Beim Tanken beispielsweise muss der Motorradhelm nicht abgesetzt, sondern nur aufgeklappt werden. Oftmals sind Klapphelme etwas teurer und schwerer als Integralhelme.

Der Jethelm

Jethelme besitzen kein festes Kinnteil und verfügen so über ein größeres Visier. Der große Nachteil ist jedoch, dass das Kinn, der Kiefer und die Zähne nicht geschützt sind. Aus diesem Grund schneiden Jethelme oftmals schlechter in Sicherheitstests für Motorradhelme ab. Dieser Motorradhelm ist besonders bei Roller- und Chopperfahrern beliebt, weshalb er auch umgangssprachlich als Rollerhelm oder Mopedhelm bezeichnet wird. Der Jethelm ist in vielen Retro-Varianten käuflich, da er einen gewissen Kult in der Motorradszene besitzt.

Jethelme gibt es in verschiedenen Varianten. In den letzten Jahren bauten Hersteller Motorradhelme dieser Art mit einem Visier oder einer Sonnenblende. Viele Exemplare setzen aber auch eine Motorradbrille voraus.

Jethelme sind besonders als Mopedhelm oder Rollerhelm geeignet, da sie ein geringes Gewicht aufweisen. Die Aerodynamik ist bei schnellen Geschwindigkeit nicht mehr richtig gewährleistet, weshalb Experten Motorradfahrern von Jethelmen abraten. Zudem lässt der Jethelm viel Frischluft nach innen dringen, was bei Regen und Kälte zum Nachteil wird.

Jethelme sind per Gesetz für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Jedoch müssen Sie bedenken, dass sie nicht den gleichen umfangreichen Schutz wie Integral- oder Klapphelme gewährleisten.

Moderne Jethelme besitzen ein klappbares Visier, welche besonders als Rollerhelme geeignet sind. Doch auch diese Variante gewährleistet einen geringen Unfallschutz.

Die Braincaps
Wer keinen Motorradhelm trägt, verstößt gegen die Helmpflicht und muss ein Bußgeld zahlen

Wer keinen Motorradhelm trägt, verstößt gegen die Helmpflicht und muss ein Bußgeld zahlen

Ein Braincap ist der kleinste erhältliche Motorradhelm. Diese Art wird auch Halbschalen-Helm genannt, da sie Kinnpartie, Nacken und Ohren nicht bedeckt. Braincaps bieten so gut wie gar keinen Schutz im Fall eines Sturzes. Aus diesem Grund sind sie im Rahmen der aktuellen Gesetzeslage nicht zulässig für den öffentlichen Straßenverkehr. Wer dennoch mit einem Braincap unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld von 15 Euro rechnen.

Da die Braincaps aus historischen Gründen einen gewissen Kultcharakter besitzen, werden sie oft von Chopper- und Cruiserfahrern getragen. Kommt es zu einem Unfall, kann sich die Versicherung weigern, Geld zu zahlen. Dies gilt auch für unverschuldete Unfälle.

Der Crosshelm

Crosshelme werden, wie der Name bereits vermuten lässt, bevorzugt für Motocross-Motorräder hergestellt. Dieser Motorradhelm ist auch ein besonderes Exemplar der Integralhelme. Der Unterschied ist, dass die Stirn- und Kinnpartie vorgezogen ist. Dies sorgt dafür, dass der Helm besser belüftet wird. Da sich das Kinnteil weiter vom Mund weg befindet, kann der Fahrer besser atmen und es zirkuliert mehr Frischluft im Motorradhelm. Das ist insofern wichtig, dass beim Motorsport aufgrund der großen Anstrengung mehr geschwitzt wird. Die vorgezogenen Partien der Crosshelme sollen die Fahrer vor aufgewirbelten Dreck, Wasser und Licht schützen.

Häufig tragen Motocross-Sportler eine spezielle Schutzbrille, an der Klebefolien angebracht sind. Nach dem Fahren bei Schmutz reißen die Fahrer die dreckige Folie ab und kleben eine neue auf die Gläser.

Sind Crosshelme auch für die Fahrten außerdem des Motorsports konzipiert? Die Aerodynamik vom Crosshelm ist bei hohen Geschwindigkeiten viel schlechter als vom Integralhelm. Die Schutzwirkung ist aber die gleiche. Viele Hersteller reagieren jedoch bereits darauf und produzieren sogenannte Multihelme.

Die Sicht beim Crosshelm ist meist größer als bei anderweitigen Helmen.

Der Enduro-Helm

Enduro bezeichnet ein geländegängiges Motorrad mit einer Straßenzulassung. Im Gegensatz zum Motocross ist diese Zweirad-Art für Langstrecken und Ausdauer ausgelegt. Motocross-Motorräder erreichen dafür oftmals höhere Geschwindigkeiten und eine kurzzeitig hohe Leistung.

Der Enduro-Helm ist also für längere Fahrten ausgelegt. Dieser Motorradhelm besitzt einige Merkmale vom Crosshelm. Doch da er nicht für den Sporteinsatz konzipiert ist, kann der windanfällige Schirm meist abgenommen werden. Diese verlängerte Partie ist außerdem kürzer gestaltet. Beim Enduro-Helm hat der Fahrer die Möglichkeit mit Visier oder einer Motorradbrille zu fahren. Häufig entscheiden sich Motorradfahrer für die Crossbrille. Das liegt jedoch am individuellen Gebrauch vom Motorradhelm. Zudem gilt grundsätzlich: Je niedriger das Gewicht des Helms ist, desto besser lässt sich damit fahren.

Der Multihelm
Ein Motorradhelm kann auch im Internet gekauft werden

Ein Motorradhelm kann auch im Internet gekauft werden

Multihelme sind erst seit kurzer Zeit populär. Käufer dieses Motorradhelms können zwischen Integral- und Jethelm wählen. Diese Art besitzt nämlich mehrere Umbaumöglichkeiten, sodass beispielsweise das Kinnteil abgenommen werden kann. Laut internationaler Vorschriften zertifiziert die Wirtschaftskommission für Europa (ECE) Multihelme mit dem Zeichen P/J für den Mix aus Jet- und Integralhelm. Multihelme eignen sich am besten für Reisende in warmen Ländern. Dieser Motorradhelm ist besonders luftig und verhindert die körperliche Überhitzung.

Da das Kinnteil entfernt werden kann, passt der Multihelm gut in ein Helmfach oder in einen Koffer. Aus diesem Grund ist dieser bestens als Rollerhelm oder Mopedhelm geeignet. Der Schutz ist meist genauso gut wie bei einem Integralhelm.

Der Bluetooth-Motorradhelm und weitere Neuerungen

Neben den zuvor genannten Motorradhelm-Arten produzieren Hersteller immer mehr Mischformen sowie weitere Ausführungen der bestehenden Helme fürs Motorrad. Ein Beispiel hierfür ist der Bluetooth-Motorradhelm. Etwa im Jahr 2006 verbauten wenige Hersteller Bluetooth-Kits im Helm. Zudem gibt es nachrüstbare Geräte zu kaufen, um den eigenen Motorradhelm mit neuer Technik zu erweitern.

Im Herbst 2014 präsentierte das Unternehmen Skully aus den USA einen futuristischen Motorradhelm, welcher mit sehr vielen Extras daher kommt. Das Visier besteht aus einem speziellen Display, was die Bilder von einer im hinteren Teil des Helms angebrachten Kamera projiziert. Zudem nutzt der Motorradhelm die Sprachsteuerung, um Musik abzuspielen, Telefonate entgegen zu nehmen bzw. zu beginnen und das eingebaute Navigationssystem zu steuern. Der Motorradhelm wurde durch eine sogenannte Schwarmfinanzierung (engl. „Crowdfunding“) unterstützt. Diese Art der Finanzierung bezeichnet eine Methode, bei der Geld für ein bestimmtes Projekt oder eine Geschäftsidee gesammelt wird. Das Kapital wird durch eine Vielzahl von Personen erlangt.

Das müssen Brillenträger beim Motorradhelm beachten

Etwa 60 Prozent der Deutschen über 14 Jahre tragen eine Brille. Auch viele Motorradfahrer sind auf die Sehhilfe angewiesen. Aber nicht alle Motorradhelme sind für Brillenträger konzipiert. In der Regel passen Klapphelme am besten, da sie mehr Platz für die Brille lassen. Jedoch sind keine pauschalen Aussagen möglich. Aus diesem Grund empfiehlt der ADAC den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. Auch eine Probefahrt ist lohnenswert, da der Fahrer erst bei dieser erkennt, ob der Helm bei der längeren Benutzung drückt.

Auch manche Brillenfassungen sind besser zum Motorradfahren geeignet. Laut ADAC sollten Brillenträger schmale Fassungsränder mit höhen Bügeln bevorzugen. Dadurch ist das seitliche Blickfeld nicht beeinträchtigt. Gläser aus Kunststoff sorgen laut vieler Experten für einen besseren Schutz bei Unfällen. Eine Brille aus Glas zersplittert in Extremsituationen, was wiederum das Auge und Gesicht verletzten kann. Zudem ist eine Entspiegelung der Gläser ratsam, da dadurch Licht von beispielsweise der Straßenbeleuchtung oder anderen Verkehrsteilnehmern nicht reflektiert wird.

Neben Brillenträgern müssen auch Menschen mit Kontaktlinsen beim Motorradhelm-Kauf aufpassen. Es ist ratsam, beim Fahren auf eine Brille umzusteigen. Motorradhelme lassen Luftströme ins Innere, um bei hohen Temperaturen zu kühlen und das Beschlagen bei Niedrigtemperaturen zu verhindern. Das sorgt unter Umständen für das Austrocknen des Auges, weshalb die Linse reibt und die Sicht trübt. Ein weiteres Problem stellen entgegenkommende Insekten, Pollen oder Staub dar. Eine Brille fungiert dabei als Schutz.

Auch Gleitsichtgläser können gefährlich werden, weshalb Experten zu einer Fernsicht-Brille raten. Mittlerweile stellen Unternehmen praktische Brillenboxen her, die an dem Lenker justiert werden können. So können Motorradfahrer bei einer Pause zwischen beiden Sehhilfen wechseln.

Der richtige Stoff im Motorradhelm

Grundsätzlich haben sich zwei Materialien für die Produktion von Motorradhelm-Außenschalen bewährt:

  • Thermoplaste (z.B. ABS, Polyamid, Polycarbonat)
  • Duroplaste (z.B. Aramidfasern, Glasfaserverstärkter Kunststoff wie Fiberglas, Kohlenstoff-Fasern wie Carbon)
Ein Motorradhelm darf nicht durch einen Fahrradhelm ersetzt werden

Ein Motorradhelm darf nicht durch einen Fahrradhelm ersetzt werden

Thermoplastische Schalen lassen sich unter Hitze verformen. Der große Vorteil der Thermoplaste ist es, dass sie leicht in einer großen Menge hergestellt werden können. Das ist wiederum billiger für die Produktionsfirma. Jedoch altert die Außenschale schneller, was besonders durch Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlen) begünstigt wird. So müssen Motorradfahrer ihren Helm schneller erneuern. Zudem ist das nachträgliche Lackieren nur mit speziellen Lacken möglich. Moderne Motorradhelme aus thermoplastischem Material sind zwar bereits alterungsbeständiger geworden, müssen aber auch nach etwa fünf bis acht Jahren ausgetauscht werden.

Duroplastische Schalen reagieren in der Regel unempfindlich auf Lösungsmittel und Witterungseinflüsse. Der Nachteil an diesen Motorradhelmen ist jedoch, dass das Material teilweise sehr schwer ist. Dies trifft jedoch nicht auf Kohlenstoff-Fasern zu. Diese sind vergleichsweise leichter, aber auch kostenintensiver. Motorradhelme aus Duroplasten sind relativ alterungsbeständig. Jedoch kann die stoßdämpfende Eigenschaft der Innenpolsterung über die Jahre nachlassen. Duroplaste werden in einem aufwendigen Laminatverfahren hergestellt, da sie, im Gegensatz zu den Thermoplasten, nicht leicht formbar sind. Jedoch sind die Motorradhelme besonders hart. Im Rennsport, also als Crosshelme oder Enduro-Helme, wird das Material fast zu 100 Prozent verwendet.

Die wichtigsten Kriterien beim Motorradhelm-Kauf

Zusätzlich zur Art und zum Material der Schale sind noch weitere Funktionen bzw. Eigenschaften wichtig zu wissen:

  • Passform
  • Schutz
  • Innenpolster
  • Geräusche
  • Komfort
  • Lackierung
  • Visier
  • Helmschloss
Die Passform

Der Helm für Motorrad- und Rollerfahrer muss richtig sitzen. Das ist das wichtigste Kriterium beim Kauf. Der Motorradhelm sollte eng anliegen, jedoch keine Schmerzen verursachen.

Praxistipp: Um Ihren Kopfumfang zu ermitteln, müssen Sie das Messband an der dicksten Stelle Ihres Kopfes – in der Regel über den Ohren – anlegen.

Die genauen Größen unterscheiden sich je nach Hersteller. Aus diesem Grund sollten Sie die individuellen Maße der entsprechenden Firma berücksichtigen bzw. erfragen, falls sie nicht auf der Internetpräsenz verfügbar sind.

Diese Tabelle gibt allgemeine Helmgrößen wider, welche sich jedoch bei verschiedenen Modellen ändern können:

HelmgrößeKopfumfang in Zentimetern
XXS51 - 52
XS53 - 54
S55 - 56
M57 - 58
L59 - 60
XL61 - 62
XXL63 - 64

Oft unterscheiden sich die Größen noch einmal nach dem jeweiligen Geschlecht.

Praxistipp: Der sogenannte Zwei-Finger-Test kann Ihnen schnell zeigen, ob der Motorradhelm zu groß ist. Kommen Sie mit zwei Fingern unter den Helm, ist er zu groß. Haben Sie dennoch Bedenken, sollten Sie den Motorradhelm aufsetzen und kräftig Ihren Kopf schütteln. Verrutscht der Helm, ist er abermals zu groß.

Die hohe Geschwindigkeit auf dem Zweirad soll im Motorradhelm nicht zu hören sein

Die hohe Geschwindigkeit auf dem Zweirad soll im Motorradhelm nicht zu hören sein

Möchten Motorradfahrer einen Helm testen, sollten sie eine Sturmhaube tragen. Das ist aus hygienischen Gründen empfehlenswert. Bei Brillenträgern lohnt es sich, den Motorradhelm direkt mit der Sehhilfe zu testen. Ein wichtiger Indikator für einen zu kleinen Helm sind Kopfschmerzen. Aus diesem Grund sollten Sie bereits kurz vor der ersten Fahrt den Motorradhelm aufsetzen. Wenn Sie diese Schmerzen bei der Ausfahrt bekommen, kann Ihre Konzentration darunter leiden. Ein zu kleiner Helm fürs Motorrad kann außerdem Quetschungen an der Wange hervorrufen. Dies zeigt sich jedoch erst einige Minuten nach dem Aufsetzen des Helms.

Wenn es um die richtige Passform geht, müssen Motorradfahrer bedenken, dass das Innenfutter noch etwas nachgeben kann. Liegt der Helm also eng an, sodass es aber noch nicht zu ernsthaften Schmerzen kommt, kann sich die Passform noch etwas ändern. Das liegt jedoch an den Materialien sowie den jeweiligen Modellen.

Der Schutz

Die Sicherheit des Motorradhelms ist als Laie schlecht zu erkennen. Um den Schutz des favorisierten Modells zu erfahren, sind Vergleiche von der Stiftung Warentest oder dem ADAC zu empfehlen. Grundsätzlich können keine Aussagen über billige und teure Modelle in puncto Sicherheit gemacht werden. Die billigen Modelle holen derzeit diverse Schutzmaßnahmen nach, weshalb der Schutz auch hier gewährleistet wird.

Dennoch können Verbraucher an einigen Stellen erkennen, ob der Motorradhelm-Schutz gesichert ist. Die Verarbeitungsqualität lässt bereits Rückschlüsse darauf geben. Sind am oberen Abschluss des Visiers Mängel zu erkennen oder lösen sich bereits Klebepunkte, wirkt sich dies negativ auf die Sicherheit aus.

Eine gesetzliche Helmpflicht in Deutschland besteht seit 1976. Vier Jähre später führte der Bund ein Verwarnungsgeld für das Missachten ein. Motorradfahrer ohne (geeigneten) Helm müssen 15 Euro bezahlen.

Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. (Quelle: § 21 a StVO)

Zudem traten diverse ECE-Regelungen in Kraft, die verschiedenen Normen seitens der Vereinten Nationen einführten. Motorradhelme müssen nun nicht mehr mit diesen ECE-Normen gekennzeichnet werden, dennoch bieten das verschiedene Hersteller an. Aus diesem Grund sollten Sie auch auf die Bezeichnung „ECE R 22.05“ achten, die noch einmal besondere Sicherheit bietet.

Das ECE-Gremium stellte einen umfangreichen Katalog mit zu prüfenden Sicherheitsaspekten zusammen. Dabei werden u.a. die Stoßfestigkeit der Innenausstattung oder die Größe des Sichtfeldes des Visiers geprüft.

Die Innenpolster

Viele Motorrad-Fahrer setzen auf Helme, die ein weiches Helmpolster besitzen, der sich auch herausnehmen lässt. Dies trägt zum wesentlichen Komfort bei und schützt das Gesicht. Oftmals lässt sich das Polster auch herausnehmen und waschen.

Praxistipp: Viele Motorradhelm-Hersteller lassen neben den Ohren Platz, sodass Fahrer noch Bluetooth-Geräte oder Lautsprecher nachrüsten können.

Die Geräusche
Eine Art der Motorradhelme bildet der Klapphelm

Eine Art der Motorradhelme bildet der Klapphelm

Die Probefahrt mit dem neuen Motorradhelm ist auch deshalb zu empfehlen, da Sie hier einen Geräuschtest durchführen können. Meist sind die Motorradhelme leise und drehen erst ab 130 bis 160 km/h richtig auf. Oftmals sind Motorradfahrer mit Ohropax unterwegs, um diesem Geräuschpegel zu entgehen. Jedoch ist das nicht für jeden eine Alternative.

Der Komfort

Natürlich soll der Helm auch angenehm zu tragen sein. Zudem muss ein guter Motorradhelm auch nicht zu schwer sein, um Kopfschmerzen zu vorzubeugen. Sind die Kanten der Kinnriemen beispielsweise ungepolstert, können diese in den Nacken drücken.

Zudem sollten Fahrer das Visier, den Verschluss am Kinnriemen sowie die Belüftungsmöglichkeiten immer leicht, auch mit Handschuhen, öffnen können.

Die Lackierung

Die Lackierung des Helms ist auch wichtig für viele Motorrad-Fahrer. Der Helm kostet jedoch mehr, wenn Sie nach einem bestimmten Dekor suchen, was derzeit Trend ist.

Wenn Sie Ihren Helm selbst lackieren wollen, sollten Sie auf das Material der Außenschale achten. Oftmals können diverse Schalen nur mit speziellen Lacken gestrichen werden, die meist kostenintensiver sind.

Wer mehr auf Sicherheit setzt, sollte eher zu einer hellen Lackierung tendieren. Diese Farben werden vom restlichen Straßenverkehr besser wahrgenommen.

Das Visier

Das Visier ist außerdem ein wichtiger Aspekt beim Motorradhelm-Kauf. Es schützt vor heranfliegenden Insekten, Sonneinstrahlung, Wind und Regen. Deshalb muss das Visier einiges aushalten. Qualitätsmerkmale beim Motorradhelm-Visier sind:

  • optische Qualität
  • Beschlagsneigung
  • Entspiegelung
  • Rastung beim Schließen und Öffnen des Visiers

Ein Blendschutz soll außerdem das Fahren bei Sonnenschein angenehmer gestalten. Sonnenvisiere, die Motorradfahrer auf- und zuklappen können, werden bei Produktion von Motorradhelmen zunehmend standardisiert.

Pinlock-Visiere beugen dem Beschlagen von Visieren vor. Sie sind zwar kostenintensiv, aber eine gute Möglichkeit, um die Sicht frei zu bekommen.

Praxistipp: Beim Testen sollten Sie sich auf das Motorrad begeben und den Helm aufsetzen. Nutzen Sie am besten Ihre gewohnte Sitzposition. So können Sie sehen, ob der Helm das Sichtfeld beeinflusst.

Das Helmschloss
Beim Motorradhelm ist das ECE-Zertifikat nicht zwingend notwendig

Beim Motorradhelm ist das ECE-Zertifikat nicht zwingend notwendig

Das Helmschloss ist ein wichtiger Bestandteil vom Motorradhelm. Im Falle eines Unfalls könnte sich ein billiges Schloss einfach lösen und vom Kopf geschleudert werden. Zudem muss die Handhabung auch mit Motorradhandschuhen leicht sein.

Motorradhelme können drei unterschiedliche Helmschlösser besitzen:

  • Klickschloss
  • Ratschenschloss
  • Doppel-D-Verschluss

Das Klickschloss ist weit verbreitet. Die Handhabung ist sehr einfach gehalten. Es muss jedoch etwa monatlich korrigiert werden, da es sich bei der Fahrt einfach weiter stellt.

Das Ratschenschloss ist auch gut zu bedienen. Es stellt automatisch eine Weite ein. Der Nachteil ist hier, dass sich der Fahrer darin einklemmen kann.

Der Doppel-D-Verschluss hat seinen Namen von zwei D-förmigen Ringen, durch die der Kinnriemen hindurchgeführt werden muss. Oftmals stören sich Motorradfahrer an diesem Verschluss, da er mit kalten Händen oder Motorradhandschuhen schwer bedient werden kann. Jedoch ist dieser Verschluss die sicherste Art.

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